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Projekt: Imperative Einschlafattacken bei Morbus Parkinson

FördererDeutsche Parkinson Vereinigung e.V.(dPV)
PartnerKlinik für Neurologie, Philipps-Universität Marburg
ProjektleiterDr. Yvonne Kaußner
MitarbeiterCharlotte Meindorfner
Doris Haja
Dr. Volker Hargutt
Dr. Heiko Tietze
Dr. Carsten Möller (Klinik für Neurologie, Marburg)
Dr. Karin Stiasny-Kolster (Klinik für Neurologie, Marburg)
Werner Cassel (Klinik für Neurologie, Marburg)
Prof. Dr. W.H. Oertel (Klinik für Neurologie, Marburg)

Projektbeschreibung

Anlass der Untersuchung war das bei Parkinson-Patienten weit verbreitete Phänomen der Tagesmüdigkeit sowie die Beobachtung einzelner Patienten, die unter den Nonergot-Dopamin-Agonisten Pramipexol bzw. Ropinirol durch völlig unerwartetes Einschlafen ohne vorherige Müdigkeit am Steuer Verkehrsunfälle verursachten. Seither wurde intensiv diskutiert, ob diese "Schlafattacken" als Nebenwirkung der Nonergot-Agonisten und tatsächlich ohne vorher bestehende Müdigkeit auftreten.

In Zusammenarbeit mit der Universitäts-Klinik Marburg wurde an 12000 Mitglieder der deutschen Parkinson-Vereinigung ein Fragebogen verschickt. verschickt. Die Rücklaufquote lag bei 63%. Die Untersuchung belegte zunächst, dass Tagesmüdigkeit und plötzliches Einschlafen bei Parkinson-Patienten ein erhebliches Problem darstellen: 42% der befragten Patienten gaben an, plötzliches Einschlafen am Tage aus eigener Erfahrung zu kennen (mit oder ohne Wahrnehmung einer vorherigen Müdigkeit). Erstmalig konnte gezeigt werden, dass speziell für jüngere Patienten (bis 69 Jahre) mit einer kurzen Erkrankungsdauer (bis zu 7 Jahren) ein erhöhtes Risiko für plötzliches Einschlafen unter Nonergot-Dopamin-Agonisten besteht. In den ersten vier Jahren der Erkrankung ist bei dieser Subgruppe auch die Einnahme von L-Dopa mit einem vermehrten Auftreten plötzlichen Einschlafens verbunden. Insgesamt ergaben die Analysen aber, dass die Medikation im Vergleich zu Alter, Erkrankungsdauer und den bei M. Parkinson häufig zu beobachtenden Schlafstörungen nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Basierend auf den Angaben im Fragebogen wurden nachfolgend fast 400 Telefoninterviews zum Vergleich von plötzlichen Einschlafepisoden am Steuer mit nicht-müdigkeitsbedingten Verkehrsunfällen von Parkinson-Patienten durchgeführt. Die Befunde ließen - ebenso wie die Fragebogendaten - die Existenz von völlig unerwarteten "Schlafattacken" ohne eine vorherige Müdigkeit anzweifeln. So konnten zwar sehr viele differenzierende Merkmale zwischen Einschlafepisoden am Steuer und nicht-müdigkeitsbedingten Verkehrsunfällen gefunden werden, dabei war es jedoch unerheblich, ob sich die Einschlafepisoden subjektiv durch Müdigkeit ankündigten oder nicht. Insgesamt stützen die Befunde die Hypothese, dass die Patienten auch bei einem subjektiv völlig unerwarteten Einschlafen vorher müde sind, aber aufgrund einer permanent erhöhten Tagesmüdigkeit diese Müdigkeit nicht mehr wahrnehmen bzw. in ihrem Ausmaß nicht mehr einschätzen können.

Poster #1, Poster #2, Hinweise zum Copyright

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