Projekt: Effizienzsteigerung durch professionelles/partnerschaftliches Verhalten im Straßenverkehr
| Förderer | Forschungsvereinigung Automobiltechnik e.V. (FAT) |
|---|---|
| Partner | Institut für Kraftfahrwesen Aachen |
| Projektleiter | Dr. Christian Maag |
| Mitarbeiter | Dr. Volker Hargutt |
Projektbeschreibung
Im Rahmen eines interdisziplinären Projekts im Auftrag der Forschungsvereinigung Automobiltechnik werden die Möglichkeiten der Effizienzsteigerung durch professionelles bzw. partnerschaftliches Verhalten im Straßenverkehr untersucht. Es wird davon ausgegangen, daß das primäre Interesse des Verkehrsteilnehmers die Befriedigung seines eigenen Mobilitätsbedürfnisses ist. Gleichberechtigt daneben steht das individuelle Bedürfnis, dieses Ziel sicher zu erreichen. Mit dem Stichwort der Effizienz wird ein neues Kriterium formuliert, das nicht in der Mobilität und der Sicherheit enthalten ist. Effizienz ist eine Eigenschaft des Verkehrssystems, die primär nicht im Erleben und Verhalten der Verkehrsteilnehmer repräsentiert ist. Entsprechend der Individualität des Mobilitätsbedürfnisses ist die Handlungsstruktur des Verkehrsteilnehmers egozentrisch. Er konstruiert die Wahrnehmung der Verkehrswelt aus seiner eigenen Sicht heraus und bewertet Situationen vor allem danach, welche Möglichkeiten sie dem individuellen Fortkommen bieten. Erst mit fortgeschrittenem Können ist es Fahrern möglich, in das Verkehrsgeschehen auch einen Perspektivenwechsel einzuführen und Verkehrssituationen aus der Sicht der anderen Verkehrsteilnehmer zu bewerten. Das Kriterium eines effizienten Verkehrs bringt eine völlig neue Dimension in die Situationswahrnehmung und Verhaltenssteuerung ein, indem es den Zustand des Gesamtsystems Verkehr thematisiert. Können Verkehrsteilnehmer durch entsprechende Maßnahmen dieses Effizienz-Kriterium in ihre Verhaltenssteuerung aufnehmen? Im Rahmen eines Katalogs prototypischer Konfliktsituationen werden mögliche Verbesserungspotentiale durch professionelles / partnerschaftliches Verhalten identifiziert. Defizite, d. h. ineffizientes Verhalten, können verschiedene Ursachen haben. So werden Informationen über den augenblicklichen Zustand des Verkehrssystems nicht wahrgenommen, das Wissen um verschiedene Systemzustände fehlt oder alternative Verhaltensweisen als Reaktion auf bestimmte Systemzustände sind unbekannt. Die Bewertung des Verbesserungspotentials läßt sich im Realverkehr anhand von Messungen nur unzureichend durchführen. Hier sind Prognosen über die mögliche Entwicklung des Verkehrsflusses notwendig. Ein geeignetes Werkzeug hierzu stellt die mikroskopische Verkehrsflußsimulation dar. Durch eine detaillierte Abbildung von Fahrer und Fahrzeug in der Verkehrsumgebung ist eine Darstellung der verschiedenen Verhaltensweisen möglich. Ein solches Verkehrsflusssimulationsprogramm stellt PELOPS dar. Es ist am Institut für Kraftfahrwesen Aachen in Zusammenarbeit mit der BMW AG entwickelt worden und hat einen sehr hohen Detaillierungsgrad erreicht. Es gliedert sich entsprechend den Elementen des Verkehrs in ein Fahrer-, ein Fahrzeug- und ein Streckenmodell. Eine verhaltensorientierte Beschreibung des einzelnen Fahrers ermöglicht die Untersuchung von verkehrlichen Auswirkungen individueller Verhaltensweisen. Die realitätsnahe Abbildung des Fahrzeugs läßt eine Verbrauchs- und Emissionsberechnung sowie den Einbau technischer Systeme (z. B. intelligenter Tempomaten) zu. Welche Maßnahmen können eine Verbesserung, d. h. eine Steigerung von Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit des Verkehrs nach sich ziehen? Grundsätzlich können dies Maßnahmen der Verkehrspädagogik, der Verkehrssteuerung und der Telematik sein. Geeignete Konzepte werden im Rahmen des Projekts bewertet und die zu erwartenden Auswirkungen beschrieben.
Publikationen
- Benmimoun, A., Neunzig, D. & Maag, C. (2004). Effizienzsteigerung durch professionelles/partnerschaftliches Verhalten im Straßenverkehr. FAT-Schriftenreihe Nr. 181. Frankfurt/Main: Forschungsvereinigung Automobiltechnik e.V.
- Maag, C. (2004). Fahrer und Verkehrsklima - Eine wissenschaftliche Untersuchung zu den Ursachen und Folgen von Emotionen im Straßenverkehr. In, Reihe 22: Mensch-Maschine-Systeme (VDI-Fortschritt-Bericht, Nr. 18). Düsseldorf: VDI-Verlag.
Sonstige
- Maag, C. (2004). Emotionales Verhalten im Straßenverkehr. Seminar Verkehrswesen der Universität Kassel, Kassel, 22.1.2004.
