Seminar: Psychologische und technische Aspekte von Assistenzsystemen im Fahrzeug
Hans-Peter Krüger
Thomas Lübbeke
Dipl. Ing. Ahmed Benmimoun
Prof. Dr. Mark Vollrath
Termin
Als Blockseminar nach Vereinbarung
Beginn
Bitte auf Aushang achten!
Teilnehmerkreis
Studierende im Hauptstudium mit dem Vertiefungsfach "Verkehrspsychologische Forschung", Diplomanden und Doktoranden
Scheinerwerb
Aktive Teilnahme
Inhalt
Fehler des Fahrzeugführers sind nach der amtlichen Unfallstatistik für ca. 70% der Verkehrsunfälle verantwortlich. Da Schulungen oder Präventionsmaßnahmen nur begrenzt wirkungsvoll ist, wird zunehmend versucht, durch technische Systeme die Fahrer zu unterstützen und so diese Fehler zu vermeiden. Kann dieser Ansatz aus psychologischer Sicht erfolgreich sein und wie sollten entsprechende Assistenzsysteme entwickelt werden? Dieser Frage wird in dem Seminar nachgegangen.
Auf der einen Seite stehen technische Grundlagen, wobei diese in Analogie zu den menschlichen Handlungsprozessen vermittelt werden: Fahrerassistenzsysteme benötigen Informationen über die Umwelt. Aus diesen Informationen sind bestimmte Aktionen abzuleiten, was mit Hilfe der Regelungstechnik umgesetzt wird. Schließlich sind Aktionen vom Fahrzeug umzusetzen, wobei die Eigenschaften der Aktuatorik wesentlich sind. Es werden damit Grundlagen der Sensortechnik, der Regelungstechnik und der Aktuatorik vermittelt, wobei ein Überblick über aktuelle und geplante Assistenzsysteme gegeben wird.
Auf der anderen Seite geht es um den Bedarf für Fahrerassistenzsysteme und die Folgen, die die Einführung von Automation beim Fahren haben kann. Assistenzsysteme können den Fahrer entlasten, können das Fahren komfortabler und angenehmer machen und können Fehler bzw. Unfälle verhindern oder deren Folgen vermindern. Um diese Aspekte in die Entwicklung von Assistenzsystemen frühzeitig einzubeziehen, ist Wissen darüber notwendig, wie die Fahrer die Aufgabe bewältigen, unter teilweise hoch komplexen und variablen Bedingungen überwiegend sicher zu fahren und unter welchen Umständen das Fahren zu anstrengend oder zu monoton wird und unter welchen Bedingungen Fehler bzw. Unfälle entstehen. Führt man Assistenzsysteme ein, um diesen negativen Auswirkungen entgegen zu wirken, kann dies längerfristig auch zu unerwünschten „Nebenwirkungen“ führen wie z.B. einer zu hohen Vertrauen in das System, Risikohomöostase oder einem Verlust des Situationsbewusstseins.
Referenten
Die Referenten stammen vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR, Mark Voll-rath) und Institut für Kraftfahrwesen Aachen (ika, Ahmed Benmimoun). Diese Institute bilden gemeinsam mit dem Interdisziplinären Zentrum für Verkehrswissenschaften (IZVW), dem der Lehrstuhl für Methodenlehre und Verkehrspsychologie angehört, das Virtuelle Institut "Humane Automation im Verkehr", in dem Fragestellungen aus dem Bereich der Assistenzsysteme untersucht werden. Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses wurde eine Lehrveranstaltung entwickelt, in der die wesentlichen relevanten interdisziplinären Grundlagen vermittelt werden. Das hier angebotene Seminar ist Teil dieser Lehrveranstaltung.
Literatur
Literatur wird in der Übung bekanntgegeben.