ICD-Forum - Projektübersicht

ICD-Forum wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Teilprojekt UKW-CHFC-G2 im Rahmen des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI):

Modul PA-G.2 – Fernbetreuung zur Reduktion von herzbezogener Angst, Angst vor dem Tod, Depression, und zur Steigerung der Lebensqualität bei ICD-Patienten mit Herzinsuffizienz/Risiko lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen


Projektbereich G – Advanced/Terminal Heart Failure, Tissue Engineering and Regenerative Medicine


ClinicalTrials.gov



Das Projekt wurde im internationalen Studienregister unter den folgenden Details registriert:

Title: REmote Web Assisted Care for Heart Failure Patients With Implantable Cardioverter Defibrillators (REACH-ICD)
Register-Nummer: NCT01589913
Details

Details zu Projektphase II

1. Antragsteller(innen)
Prof. Dr. Pauli Pauli, Dr. Stefan M. Schulz, Lehrstuhl für Psychologie I
Prof. Dr. Oliver Ritter, Medizinischen Klinik und Poliklinik I
2. Förderzeitraum
01.11.2013 bis 31.10.2015
3. Kurzzusammenfassung

Ziele und Hintergrund:

Implantierbare Cardioverter Defibrillatoren (ICD) werden zur primären und sekundären Prävention lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen eingesetzt und sind aus medizinischer Sicht die Therapie der Wahl. Dennoch leiden viele ICD-Patienten unter psychischen Belastungen wie reduzierte Lebensqualität (LQ), Angst und Depression. Neuere Studien und Reviews belegen, dass psychologische Betreuung diese Belastungen reduzieren kann. Im weiteren Verlauf kann sich dies positiv auf somatische Variablen und die Mortalität auswirken, da psychische Belastungen direkt (z.B. durch entzündliche Prozesse) und indirekt (z.B. durch geringere Compliance bei der Medikamenteneinnahme) mit dem Krankheitsverlauf interagieren. Die lokale Versorgung mit spezifischen Präventionsprogrammen ist jedoch gering und somatische Faktoren erschweren die Teilnahme an weiter entfernt durchgeführten Maßnahmen. Das Internet stellt eine einzigartige Möglichkeit dar, dieses Hindernis zu überwinden.

Methode und Hypothesen:

In einem prospektiven, multi-center, multi-disziplinären, halboffenen, teilrandomisierten, kontrollierten klinischen Trial werden N = 200 ICD-Patienten mit dem Risiko lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen die übliche Nachsorge erhalten oder zusätzlich an speziell entwickelten internetgestützten psychosozialen Präventionsprogramm teilnehmen. Bei Abschluss des Programms und 12 Monate später werden Effektivität und Effizienz der Maßnahme anhand psychometrischer, medizinischer und klinischer Daten evaluiert. Wir nehmen an, dass das zusätzliche internetbasierte Präventionsprogramm zu verbesserter LQ, sowie reduzierter Angst und Depression führt. Ein sekundäres Ziel ist die prospektive Identifikation psychosozialer und medizinischer Prädiktoren, Mediatoren und Moderatoren der Behandlungswirksamkeit (z.B. demographische Daten, Persönlichkeitseigenschaften, psychophysiologische Variablen, Entzündungs- und Koagulationsparameter, ICD-Aktivität, Indikation für den ICD).

Fazit:

Dieses Projekt untersucht die Machbarkeit, Effektivität und Effizienz eines internetgestützten Präventionsprogramms für ICD-Patienten. Sekundäres Ziel ist die Ermittlung von Prädiktoren zur Risikostratifizierung und Mediatoren bzw. Moderatoren des Behandlungserfolgs. Dies wird die interdisziplinäre Versorgung von ICD-Patienten verbessern. Langfristig soll das Präventionsprogramm für einen erweiterten Anwenderkreis (z.B. Patienten mit Herzinsuffizienz) nutzbar gemacht und begleitend evaluiert werden.