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    Neuroökonomie

    Projektbeschreibung

    Förderung der VW Stiftung

    Schumpeter Fellowship

    „Psychologische Einflussfaktoren bei ökonomischen Entscheidungen“

    Das Projekt, welches hinter den hier dargestellten Forschungen steht, wird von der VolkswagenStiftung als Schumpeter-Fellowship gefördert. Das Thema dieses Projektes ist „Psychologische Einflussfaktoren bei ökonomischen Entscheidungen“.

    Der Hintergrund dieser Thematik ist die Frage nach den Gründen für das Entscheidungsverhalten von Menschen, welche eine der zentralen Fragen in der Psychologie und der Ökonomie darstellt. Ein wichtiger Ansatz aus der Psychologie ist die Lerntheorie, welche annimmt, dass Personen danach streben, positive Zustände zu erreichen und negative zu vermeiden und dass Personen aus ihren Erfahrungen mit der Umwelt lernen und diejenigen Verhaltensweisen vermehrt ausführen, die positive Zustände herbeiführen oder negative Zustände vermeiden. In Entscheidungssituationen werden dem Individuum die gelernten Assoziationen zwischen Verhaltensalternativen und deren Konsequenzen mittels Emotionen zu Bewusstsein gebracht, um das Entscheidungsverhalten auf positive Zielzustände hin auszurichten. Diese Position bildet die wesentliche theoretische Grundlage für die  neurowissenschaftlichen Studien zum Entscheidungsverhalten, die dem Projekt vorangingen. Die Weiterentwicklung dieser Arbeit im Projekt baut dabei außer auf Forschungen in der Psychologie und Ökonomie auch auf Modellierungsansätzen aus der Mathematik und Physik auf.

    Im Schumpeter Fellowship werden in Kooperationsprojekten drei empirische Forschungsstränge verfolgt.

    Im ersten Bereich steht ein klassisches Paradigma zum Entscheidungsverhalten aus der Ökonomie im Vordergrund, das Ultimatum-Spiel. Ziel ist es dabei, die Entscheidung, ob ein Geldempfänger faire und unfaire Geldangebote in diesem Spiel annimmt oder ablehnt, mit der Induktion emotionaler Zustände zu beeinflussen und die neurobiologischen Korrelate dieser Beeinflussung aufzuzeigen.

    Im zweiten Gebiet sollen jugendliche Probanden untersucht werden, die aufgrund ihres pubertären Entwicklungsstatus noch über keine voll entwickelte Emotionskontrolle verfügen. Die Interaktion von Emotionen und Risikoverhalten dieser Personengruppe in individuellen und gruppenbezogenen Entscheidungssituationen und deren neurowissenschaftliche Grundlage ist das angestrebte Forschungsziel.

    Im dritten empirischen Ansatz werden Unternehmer als reale Entscheider in ökonomischen Kontexten und deren Beeinflussbarkeit durch Emotionen und Risikowahrnehmung beforscht.