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    Professur für Entwicklungspsychologie

    Drittmittelprojekte

    Der Einfluss einer auf digitalen Stress bezogenen Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen (2019-2023)

    Das Projekt wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Bayerischen Forschungsverbunds "ForDigitHealth".

    Projektleiter: Prof. Dr. Gerhild Nieding, Dr. Wienke Wannagat

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Tamara Scholze

    Im Vorhaben soll der Frage nachgegangen werden, ob und, wenn ja, in Bezug auf welche Faktoren bei Kindern und Jugendlichen eine auf digitalen Stress bezogene Medienkompetenz (DSMK) einen Schutzfaktor gegenüber Stress darstellt, der durch digitale Technologien und Medien (DTM) induziert wird.

    Dafür soll zunächst ein computerbasierter Leistungstest zur Erfassung von DSMK entwickelt und evaluiert und quer- und längsschnittlich der Zusammenhang zwischen DSMK, Mediennutzungsverhalten, Stress sowie kognitiven, sozialen und emotionalen Variablen erforscht werden.

    In Experimenten soll medienbezogener Stress induziert werden, um den Einfluss unterschiedlicher individueller Ausprägungen der DSMK als Stressregulator unter kontrollierten Bedingungen zu überprüfen. Auf der Basis der empirischen Befunde wird ein computerbasiertes DSMK-Training konzipiert und einer ersten Evaluation unterzogen. Erwartet werden umfassende Erkenntnisse zum Konstrukt der DSMK, dessen Einfluss auf den psychisch gesunden Umgang mit DTM und die Trainierbarkeit von DSMK.

    Training medialer Zeichenkompetenz im Kindergartenalter (2019-2022)

    Projekt gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

    Projektleiter: Prof. Dr. Gerhild Nieding (JMU Würzburg), PD Dr. Katharina Diergarten (JMU Würzburg), Prof. Peter Ohler (TU Chemnitz), Dr. Sabine Völkel (TU Chemnitz)

    Wissenschaftliche Mitarbeiter: Marie-Sophie Hunze (JMU Würzburg), Franziska Freudenberger (JMU Würzburg), Dr. Georg Valtin (TU Chemnitz), Yvonne Gerigk (TU Chemnitz)

    Bereits im Kindergartenalter stellt Medienkompetenz einen wichtigen Faktor bei der Entwicklung bildungsrelevanter Fähigkeiten dar und ist ein Prädiktor für den Erwerb späterer akademischer Fähigkeiten. Das DFG-geförderte Projekt "Training medialer Zeichenkompetenz im Kindergartenalter" ist eine Kooperation der JMU Würzburg und der TU Chemnitz. Ziel ist die Entwicklung und Evaluation eines Trainingsprogramms zur Förderung der medialen Zeichenkompetenz von 4- bis 5-Jährigen, das im Kindergarten eigenständig durch Erzieherinnen und Erzieher eingesetzt werden kann. Neben dem Effekt auf die mediale Zeichenkompetenz sollen die Auswirkungen des Trainings auf bildungsrelevante Fähigkeiten und die Lernwirksamkeit von digitalen Medien überprüft werden. Hierfür wird an den beiden Standorten Würzburg und Chemnitz eine Langzeitstudie über zwei Jahre erhoben.

    Die Gesamtdauer des Projekts beträgt drei Jahre. Hierfür arbeiten in Würzburg sowohl Mitarbeiter der Entwicklungspsychologie als auch des Zentrums für Mediendidaktik am Projekt mit. Zudem werden im Rahmen dessen zwei zusätzliche Doktoranden/innenstellen in Würzburg und eine in Chemnitz geschaffen.

    Die Entwicklung kognitiver Filmverarbeitung 2: Zweiter Antragszeitraum (2015-2019)

    Projekt gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

    Projektleitung: Prof. Dr. Gerhild Nieding

    Wissenschaftliche Mitarbeiter: Benedikt Seger, Dr. Wienke Wannagat

    Im zweiten Teil dieses Projekts lag der Schwerpunkt auf der perzeptuellen Simulation von Objekteigenschaften (Form und Orientierung sowie vertikale Bewegung von Objekten) während des Verstehens auditiv und audiovisuell dargebotener narrativer Texte im Vergleich verschiedener Altersgruppen (Vorschulkinder bis junge Erwachsene). Hierzu wurde eine Bild-Verifikationsaufgabe verwendet. Die perzeptuelle Simulation von Objektformen konnte nur bei jüngeren Kindern beobachtet werden und war innerhalb dieser Gruppe bei audiovisueller Textdarbietung stärker ausgeprägt als bei auditiver. Vertikale Objektbewegungen wurden von allen Versuchspersonen gleichermaßen perzeptuell simuliert, unabhängig vom Alter und von der medialen Darbietungsform.

    Zudem wurden die Ebenen mentaler Repräsentationen zwischen schriftlichem und illustriertem schriftlichem Text bei Schulkindern erforscht. Anders als im Vergleich zwischen auditivem und audiovisuellem Text zeigte sich kein Vorteil von Illustrationen. Umgekehrt konnte sogar ein Nachteil festgestellt werden, wenn das Bild nach dem entsprechenden Textabschnitt gezeigt wurde.

    Veröffentlichungen

    Hauf, J., Nieding, G. & Seger, B. T. (2020). The development of dynamic perceptual simulations during sentence comprehension. Cognitive Processing, published online. doi: 10.1007/s10339-020-00959-7.

    Seger B. T., Hauf, J. E. K., & Nieding, G. (2020). Perceptual simulation of vertical object movement during comprehension of auditory and audiovisual text in children and adults. Discourse Processes, 57(5-6), 460-472. doi: 10.1080/0163853X.2020.1755801.

    Medien und gesellschaftlicher Wandel: Medienkompetenz im Jugend- und frühen Erwachsenenalter als Resilienzfaktor (2013-2017)

    Projekt gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Bayerischen Forschungsverbunds "Fit for Change".

    Unter einer (entwicklungs-)psychologischen Perspektive kann Resilienz als eine (Anpassungs-) Fähigkeit aufgefasst werden, die eigene Entwicklung trotz möglicher ungünstiger Umstände zu bewältigen. Da Medien in Prozesse des permanenten dynamischen Wandels unterschiedlicher Bereiche der Gesellschaft genuin eingebunden sind und diese oft gar mit bedingen und entscheidend akzentuieren, wird es zu einem notwendigen Resilienzfaktor von Individuen, sich kompetent mit Medien auseinandersetzen zu können. In dem Projekt soll die Entwicklung der Medienkompetenz Jugendlicher und junger Erwachsener im Rahmen einer Längsschnitterhebung mittels eines zu entwickelnden computergestützten Online-Medienkompetenztests untersucht werden. Ziel ist es die Annahme zu überprüfen, ob Medienkompetenz einen Resilienzfaktor für beschleunigte gesellschaftliche Veränderungsprozesse darstellt. Dazu werden zusätzlich relevante kognitive und sozial- emotionale Variablen erfasst. Aufgrund der Ergebnisse soll schließlich ein Medienkompetenztraining für Jugendliche und junge Erwachsene entwickelt und einer ersten Evaluation unterzogen werden. Hierfür wird es im Hinblick auf ihre Wirksamkeit mit anderen Kontrollgruppen verglichen.

    Siehe auch:

    www.forchange.de

    www.bayfor.org/de/geschaeftsbereich/forschungsverbuende/welt-der-kultur/forchange.html

    Die Entwicklung kognitiver Filmverarbeitung 1: Erster Antragszeitraum (2012-2015)

    Projekt gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

    Projektleitung: Prof. Dr. Gerhild Nieding

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Wienke Wannagat

    Das Ziel der im Rahmen dieses Projekts durchgeführten Experimente war ein Vergleich zwischen verschiedenen Arten der Textdarbietung (auditiv, audiovisuell mit statischen und animierten Bildern, schriftlich) und der Vergleich zwischen verschiedenen Altersgruppen (Vorschulkinder bis junge Erwachsene) hinsichtlich dem Textverstehen zugrunde liegenden kognitiven Prozessen (Repräsentation der Textoberfläche und der Textbasis, Aufbau eines Situationsmodell, Konstruktion von lokaler und globaler Kohärenz) mit impliziten Messmethoden (Satz- und Wort-Rekognitionsaufgaben).

    Insgesamt weisen die Befunde darauf hin, dass eine audiovisuelle Darbietung sowohl für die Ebenen mentaler Repräsentationen als auch für die Kohärenzbildungsprozesse einer auditiven überlegen zu sein scheint, wobei die Stärke der Effekte sich zwischen den jeweiligen Prozessen unterschied. Des Weiteren scheinen Animationen gegenüber Standbildern keinen Mehrwert darzustellen.

    Veröffentlichungen

    Seger, B., Wannagat, W., & Nieding, G. (2019). How pictures and picture animations contribute to multi-level mental representations of auditory text in 7-, 9-, and 11-year-old children. Journal of Cognition and Development, 20(4), 573-591. doi:10.1080/15248372.2019.1636799.

    Wannagat, W., Waizenegger, G., Hauf, J., & Nieding, G. (2018). Mental representations of the text surface, the text base, and the situation model in auditory and audiovisual texts in 7-, 9-, and 11-year-olds. Discourse Processes, 55(3), 209-304. doi:10.1080/0163853X.2016.1237246.

    Wannagat, W., Waizenegger, G., & Nieding, G. (2017). Multi-level mental representations of written, auditory, and audiovisual text in children and adults. Cognitive Processing, 18(4), 491-504. doi:10.1007/s10339-017-0820-y.

    Der Erwerb medialer Zeichenkompetenz im Vorschul- und Grundschulalter: Grundlagen und Förderung (2006-2010)

    Projekt gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

    Es wird häufig gefordert, Kindern frühzeitig "Medienkompetenz" zu vermitteln. Doch es ist noch relativ wenig über die Entwicklung dieser Fähigkeit im Vor- und Grundschulalter bekannt. Im Projekt wurde die Entwicklung eines Kernbereichs von Medienkompetenz untersucht werden, nämlich die Kompetenz, mediale Zeichensysteme zu verstehen. Im Rahmen einer Längsschnittstudie mit ursprünlich N=192 4-jährigen Kindern wurde die mediale Zeichenkompetenz mit Hilfe eines umfassenden computergestützen Online-Tests bis zum Beginn der Grundschulzeit in einem halbjährigem Abstand erfasst. Sowohl Lese-Rechtschreibkompetenz als auch mathematische Kompetenzen Ende der ersten Klasse (6. Messzeitpunkt) werden durch mediale Zeichenkompetenz positiv beeinflusst. Damit konnte erstmalig der Nachweis erbracht werden, dass mediale Zeichenkompetenz den späteren Erwerb bildungsrelevanter Fertigkeiten vorherzusagen und zu fördern erlaubt. Weitere Studien zeigten, dass Kinder mit hoher medialer Zeichenkompetenz Lernmedien effizienter nutzen (z.B. Hypertexte und Lehrfilme). Medienkompetenz wirkt sich also im Vorschulalter günstig aus. Eine Eye-Tracking-Studie mit 4-, 6- und 8-jährigen Kindern lieferte darüber hinaus Evidenz für eine kritische Zeitspanne des Erwerbs filmbasierter Medienkompetenz zwischen 4 und 8 Jahren. Das Projekt wurde in Kooperation mit der TU Chemnitz durchgeführt.

    Effekte der frühen Förderung mathematischer Kompetenzen 2: Zweiter Antragszeitraum (2006-2008)

    Projekt gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

    Im Bereich mathematischer Kompetenzen wurde ein Programm zur Frühförderung mathematischer Kompe­tenzen entwickelt ("Mengen, zählen, Zahlen" [MZZ]; Krajewski, Nieding & Schneider, 2007), dass auf neuen Erkenntnissen der Entwicklungs- und Neuropsychologie aufbaut, die nahe legen, dass für die Entwicklung mathematischer Kompetenzen das Verständnis von Mengen mit dem Verständnis von Zahlen zu integrieren ist. Im Rahmen einer Längsschnittstudie konnte gezeigt werden, dass neben mengen- auch zahlbezogenes Vorwissen zu den zentralen Vorläuferfertigkeiten für den Mathematikerwerb in der Grund­schule zählt. Das Programm wird bundesweit im letzten Kindergartenjahr von Erzieherinnen mit Kleingruppen durchgeführt (8 Wochen à 3 halbstündige Sitzungen). Das Programm wurde in einer Längsschnittstudie mit 260 Vorschulkindern auf seine Wirksamkeit überprüft (Krajewski, Nieding & Schneider, 2007). Die Kontrollgruppen erhielten entweder ein allgemeines Denktraining oder ein anderes mathematisches Förderprogramm. Eine vierte Gruppe wurde nicht trainiert. Im Ergebnis dieser Studie zeigen die Kinder der MZZ-Gruppe kurz- und langfristig einen größeren Zugewinn im Bereich der Mengen-Zahlen-Kompetenzen als die anderen Gruppen.

    Effekte der frühen Förderung mathematischer Kompetenzen 1: Erster Antragszeitraum (2004-2006)

    Projekt gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

    Im Bereich mathematischer Kompetenzen wurde ein Programm zur Frühförderung mathematischer Kompe­tenzen entwickelt ("Mengen, zählen, Zahlen" [MZZ]; Krajewski, Nieding & Schneider, 2007), dass auf neuen Erkenntnissen der Entwicklungs- und Neuropsychologie aufbaut, die nahe legen, dass für die Entwicklung mathematischer Kompetenzen das Verständnis von Mengen mit dem Verständnis von Zahlen zu integrieren ist. Im Rahmen einer Längsschnittstudie konnte gezeigt werden, dass neben mengen- auch zahlbezogenes Vorwissen zu den zentralen Vorläuferfertigkeiten für den Mathematikerwerb in der Grund­schule zählt. Das Programm wird bundesweit im letzten Kindergartenjahr von Erzieherinnen mit Kleingruppen durchgeführt (8 Wochen à 3 halbstündige Sitzungen). Das Programm wurde in einer Längsschnittstudie mit 260 Vorschulkindern auf seine Wirksamkeit überprüft (Krajewski, Nieding & Schneider, 2007). Die Kontrollgruppen erhielten entweder ein allgemeines Denktraining oder ein anderes mathematisches Förderprogramm. Eine vierte Gruppe wurde nicht trainiert. Im Ergebnis dieser Studie zeigen die Kinder der MZZ-Gruppe kurz- und langfristig einen größeren Zugewinn im Bereich der Mengen-Zahlen-Kompetenzen als die anderen Gruppen.

    Die Entwicklung der räumlichen Vorstellung beim Kinde: Ein medienpsychologischer Ansatz im Rahmen der kognitiven Entwicklungspsychologie

    Forschungsinitiativprojekt, gefördert von der Technischen Universität Berlin

    In dem Projekt wurde der Frage nachgegangen, ob sich räumliche kognitive Operationen von Kindern durch die Anbindung von Raumanordnungen an filmische Ereignisstrukturen fördern lassen. Dazu wurde ein selbst entwickeltes Messverfahren, das Bildmaskenverfahren, entwickelt. Mithilfe eines Rechners wird dabei über ein Videobild eine verdeckende schwarze Maske gelegt. Ein quadratischer Aus­schnitt dieser Maske bleibt ausgespart. Durch diesen Ausschnitt, das Bildfenster, kann das darunter lie­gende Videobild weiter betrachtet werden. Das Bildfenster lässt sich von den Probanden mittels eines Joysticks bewegen. Gefundene Ergebnisse zeigten, dass bereits 5-jährige Kinder ihre Maskenbewegungen bei narrativen Filmen stärker an der Ereignis­struktur der Erzählung als an der räumlichen Komplexität ausrichten, Filmmontage ist demnach für das Ver­stehen wichtiger als Mise en Scène (Bildaufbau). Zudem konnte Evidenz dafür geliefert werden, dass bestimmte Ereignisdarstellungen im Film die räumliche Perspektivenkoordina­tion von Vorschulkindern unterstützen und dass die Perspektivenkoordination auch mit Hilfe filmi­scher Materialien trainierbar ist.