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    Lehrstuhl für Psychologie IV - Pädagogische Psychologie

    Psychologische Lerntherapie

     

    Der Ausbildungsgang "Psychologische Lerntherapie" vermittelt Ihnen wissenschaftlich fundiertes Wissen und Kompetenzen für Interventionen bei den folgenden Lernstörungen:

    • Lese- und Rechtschreibstörungen
    • Rechenstörungen
    • kombinierte Störungen schulischer Fertigkeiten
    • Aufmerksamkeitsstörungen (ADS / ADHS)

    Er verzahnt psychologische Grundlagenforschung, Diagnostik und therapeutische Herangehensweisen und eröffnet Ihnen Berufsfelder im Schnittbereich von Pädagogischer Psychologie, Entwicklungspsychologie und Klinischer Kinder- und Jugendpsychologie. Durch das Absolvieren des Ausbildungsgangs können Sie sich als "Psychologischer Lerntherapeut / Psychologische Lerntherapeutin (BDP)" von der Deutschen Psychologen Akademie zertifizieren lassen und Sie erhalten einen geschützten Therapeutentitel. Diese Zusatzqualifikation eröffnet Ihnen Arbeitsfelder in einer eigenen lerntherapeutischen Praxis, in der Schulpsychologie, in der pädagogisch-psychologischen Beratung, in Lerntherapien als Ergänzung einer klinisch-psychologischer Tätigkeit oder in kinderpsychiatrischen Einrichtungen. Sie können das Zertifikat im Rahmen des Masterstudiums bei geeigneter Wahl der Schwerpunkte und Seminare fast ohne Mehraufwand erwerben. Es ist lediglich ein Zusatzseminar zu den Rahmenbedingungen therapeutischer Praxis notwendig.

    Voraussetzungen und Zertifizierung

    Zur Absolvierung des Ausbildungsgangs sind die folgenden Schritte notwendig:

    1. Wählen Sie als Schwerpunkt im Masterstudium den Major "Bildung, Erziehung und lebenslanges Lernen" (BELL).
    2. Melden Sie sich mit dem Anmeldungsformular an. Bitte senden Sie das Formular an Christine Pharo.
    3. Wählen Sie in Ihrem Masterstudium die Seminare so, dass die Inhalte des Ausbildungsgangs abgedeckt werden (siehe Zertifizierungsordnung).
    4. Bitte wenden Sie sich nach dem Absolvieren aller Inhalte mit den Nachweisen an Prof. Dr. Wolfgang Lenhard. Sie bekommen nach Prüfung der Inhalte die Bestätigung über den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zugesandt.
    5. Die eigentliche Zertifizierung erfolgt durch die Deutsche Psychologen Akademie. Stellen Sie dort den Zertifizierungsantrag und reichen Sie die Bestätigung der Ausbildung ein.

    Die Zertifizierung durch die Akademie erfolgt zu einem reduzierten Kostensatz von 215 € (Nichtmitglieder) bzw. 180 € (BDP-Mitglieder) (Stand Mai 2020). Das Zertifikat berechtigt zum Führen des Titels "Psychologischer Lerntherapeut (BDP)" bzw. "Psychologische Lerntherapeutin (BDP)".

    Gültigkeit des Zertifikats

    Die Psychologenakademie informierte uns (Stand 20.05.2020, Infoblatt), dass das Zertifikat nach der ersten Beantragung zunächst fünf Jahre gültig ist. Innerhalb von von 10 Jahren nach der ersten Ausstellung muss ein Rezertifizierungsantrag gestellt werden, in dem eine Tätigkeit auf dem Gebiet der Lerntherapie nachgewiesen werden muss (entweder Selbsterklärung oder Bescheinigung des Arbeitgebers). Zusätzlich müssen in dieser Zeit Fortbildungen oder Supervisionen erfolgen, also beispielsweise der Besuch von Vorträgen, Tagungen, selbstgesteuertes Literaturstudium ... Nach erfolgreicher Rezertifizierung ist das Zertifikat lebenslang gültig.

    Inhalte

    Die Ausbildung umfasst insgesamt fünf Seminare und das Praktikum:

    • Grundlagen von Lernstörungen (Seminar im Rahmen von BELL, 5 ECTS)
      Das Grundlagenseminar thematisiert die Entwicklung des Erwerbs schriftsprachlicher und mathematischer Kompetenzen und deren kognitive Grundlagen, Modelle der Entwicklung von Aufmerksamkeit und Konzentration und arbeitet Ursachen und Bedingungen für Störungen in diesen Bereichen auf. Es bildet die Grundlage für die weiterführenden Veranstaltungen zu LRS, Rechenstörung und ADHS.
       
    • Spezifische Diagnostik von Lernstörungen (Seminar im Rahmen von 06-PSY-DIA. Gutachtenerstellung, 5 ECTS; bitte wählen Sie beim Besuch des Diagnostikmoduls das Seminar "Diagnose und Gutachtenerstellung bei Lernstörungen")
      Hier werden zum einen allgemeine diagnostische Vorgehensweisen in der Gutachtenerstellung vermittelt und zum anderen konkrete Testverfahren besprochen. Hierzu gehören allgemeine Vorgehensweisen der Diagnostik und der Gutachtenerstellung wie auch das Kennenlernen und Durchführen spezifischer Testverfahren.
       
    • Therapie von Lernstörungen (Seminar im Rahmen von BELL, 5 ECTS)
      Das Seminar zielt darauf ab, den Studierenden therapeutische Vorgehensweisen in der Behandlung von Lernstörungen zu vermitteln, beginnend bei der Planung der Therapie, der Auswahl der Interventionsverfahren und -maßnahmen, der konkreten Anwendung der Verfahren, der begleitenden Elternarbeit und der Sicherstellung der Compliance. Neben der Gewinnung eines Überblicks über verfügbare Therapiekonzepte sollen die Studierenden für jeden Inhaltsbereich ein evaluiertes und aktuelles Verfahren vertieft anwenden und einüben.
       
    • Klinische Kinder- und Jugendpsychologie (Seminar oder Vorlesung im Rahmen von BELL, 5 ECTS)
      In der Veranstaltung, die als Vorlesung oder Seminar gestaltet werden kann, werden psychische Störungen mit Bezug zum lerntherapeutischen Anwendungskontext (Praxis, Schule, Beratungsstelle) dargestellt. Die Studierenden erwerben und vertiefen Kenntnisse mit dem Ziel, primäre und sekundäre komorbide psychische Störungen a) (differenzial-) diagnostisch einzuordnen, b) ihre Entstehung und Aufrechterhaltung zu verstehen und c) Prävention und Intervention im multidisziplinären Team (zusammen mit Pädagog(inn)en, Psychiater(inne)n, Psychotherapeut(inn)en und Soziotherapeut(inn)en) zu gestalten.
       
    • Rahmenbedingungen lerntherapeutischer Praxis (zusätzliches Seminar)
      Das Ziel des Seminars ist es, die Grundlagen zur Organisation einer Praxis zu vermitteln, einschließlich der entsprechenden gesetzlichen Grundlagen und der Regelungen des Datenschutzes, des Aufsetzens eines Therapievertrags und der relevanten Anträge und der Dokumentation des Behandlungsverlaufs.
       
    • Praktische Tätigkeit
      Die praktische Tätigkeit wird außeruniversitär in lerntherapeutischen Praxen im Rahmen von Praktika abgeleistet und von Psycholog(inn)en betreut. Falls nicht genügend Plätze in lerntherapeutischen Praxen zur Verfügung stehen, kann die praktische Tätigkeit auch in einem anderen institutionellen Rahmen, wie z.B. in der Schulpsychologie, in psychotherapeutischen Praxen oder in Einrichtungen der Erziehungshilfe geleistet werden. Die praktische Tätigkeit umfasst 90 Stunden und beinhaltet Hospitation, die Durchführung von drei Therapien unter Anleitung, Supervision, das Verfassen von Anträgen, Therapie- und Abschlussberichten. Der Abschlussbericht umfasst zwei Falldokumentationen. Für die Dokumentation können Sie die Mustervorlage verwenden.
      Sofern das Praktikum von einer geprüften Psychologin oder einem geprüften Psychologen (Master oder Diplom) betreut wird, kann es zusätzlich als studienbegleitendes Praktikum für das Masterstudium angerechnet werden. Das Praktikum muss nicht geblockt erfolgen, sondern kann auch studienbegleitend durchgeführt werden.

    Formulare und Links